Reiseberichte

EUPOAR-Tour nach OZ 2008 von DF2HL

Hier ist mein Bericht von der EUPOAR-Tour nach Dänemark im Juli 2008. Ich habe mit meinem FT817 wieder unter OZ/DF2HL/p Funkverbindungen aus 34 dänischen Hafenorten geführt und im IOTA-Kontest Punkte verteilt und gesammelt. Innerhalb einer Woche sind 322 QSOs von der Insel Seeland / Sjaelland, der Insel Sejerø und der Insel Aerø ins Log gekommen.

 

 

EUPOAR-TOUR nach Nord Sjælland 2008

 

Seeland, Sejerø, Ærø

 

Ich hatte mir nach den erfolgreichen Touren in den letzten beiden Jahren auch für 2008 wieder vorgenommen, um das Wochenende mit dem IOTA-Kontest EUPOAR-Hafenorte in Dänemark zu aktivieren. Dieses Mal sollte es der nördliche Teil der Insel Seeland / Sjaelland und die vorgelagerte Insel Sejerø werden, beides IOTA EU029. Für die Rückfahrt hatte ich mir dann noch einen Abstecher zur Insel Ærø vorgenommen, die südlich von Fünen liegt und zu IOTA EU172 zählt. Für die Vorbereitung konnte ich die bereits für die vergangenen Jahre kopierten und mit EUPOAR-Orten markierten Landkarten nutzen. Wie in den letzten Jahren hat mir wieder Michael, DL5DD, eine 88Ah-Batterie geliehen, zusätzlich habe ich wieder meine eigene 15Ah-Starterbatterie mitgenommen. Gerät war natürlich wieder mein FT817, QRP mit 5 Watt. Als Antenne diente neben Dipolen für die einzelnen Bänder insbesondere der 10m Schiebe-Fiberglasmast für eine 40m-GP oder 20m-GP. Dazu dann noch eine kleine Matchbox. Ich habe jedes Mal einen passenden Standort gesucht, an dem ich in Koaxkabellängennähe vom Auto entweder die Bodenhülse für meinen 10m-Mast in die Erde bohren konnte und auch Platz für Radials hatte oder aber Bäume in passendem Abstand zum Aufhängen eines 80m, 40m oder 20m-Dipols standen. Zur Vorbereitung hatte ich jeden Ort bei Google-Earth aufgesucht und nach passenden Plätzen gesucht, zu jedem Ort hatte ich einen Ausdruck angefertigt. Als gute Plätze hatte ich bereits in den Vorjahren Parkplätze direkt am Strand kennen gelernt, manchmal gab es auch an den kleineren Häfen gute Plätze mit Brachland. Als sehr gut erwiesen sich auch wieder Sportzentren mit ihren meist weiträumig angelegten Parkplätzen mit Rasenflächen und nicht zu dicht beieinander gepflanzten Bäumen. Abends wollte ich mir wieder einen Parkplatz am Strand suchen und mich mit dem Schlafsack an den Strand legen. Das hat auch bis auf eine Nacht geklappt, in der ich dann im Auto geschlafen habe.

 

Insgesamt habe ich in 7 ½ Tagen 34 EUPOAR-Standorte aktiviert und 322 QSOs gefahren. Das sind ca. 100 QSOs weniger als letztes Jahr. Ich habe dabei alle EUPOAR-Orte im nördlichen Teil der Insel Seeland / Sjælland aktiviert, die Insel Sejerø und alle Orte auf der Insel Aerø. Außerdem kamen auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt jeweils noch Aktivierungen für die DOK-Börse hinzu. Ich habe wieder meine Digitalkamera mit genommen und an einigen Standorten Fotos gemacht. Viele der Fotos zeigen natürlich das Motiv „Auto und Antenne" mit variierendem Hintergrund. Andererseits habe ich natürlich in den aktivierten Orten nicht immer die touristischen Highlights gesucht, dazu fehlte die Zeit. Alle Bilder sind meine eigenen und unterliegen damit auch nicht den Rechten anderer Personen.

 

Die Ausbreitungsbedingungen auf 40m waren auch dieses Jahr nicht gut. Oftmals waren keine deutschen Stationen zu hören oder nur der süddeutsche Raum. In vielen QSO wurde der Signal-Rapport durch den Zusatz QSB ergänzt. Die Signale schwankten teilweise sehr stark. Am zuverlässigsten waren die DOK-Börsen auf 80m, dort waren die Signale gut und stabil und auch einige bekannte DSW-Rufzeichen fanden hier den Weg in mein Log.

 

Die genauen QSO-Angaben habe ich am Ende des Berichts in Tabellenform aufgelistet.

 


„Willst Du wirklich fahren, bei diesem Wetter?" Die Tage vorher war Dauerregen bei kalten Temperaturen. Manchmal muss man optimistisch sein, und notfalls kann ich auch im Auto schlafen statt am Strand. Außerdem ist am Wochenende der IOTA-Kontest.

 

_oz_2008_005_22.07.2008_fehmarnsundbruecke.jpgLos geht es am Dienstag, 22.07.2008. Auf der A1 fahre ich nach Fehmarn zum Fährhafen Puttgarden. Ich habe keine Fähre reserviert, sondern plane Wartezeit ein. Die Warteschlangen sind aber sehr kurz, ich komme schnell dran. Auf den im Internet genannten Fährpreis kommen noch 3 Euro Treibstoffzuschlag (irgendwie muss die Erhöhung ja heißen), so dass ich 63 Euro bezahle. Nach einer Viertel Stunde werden die Auto-Warteschlangen neben mir auf die Fähre gelassen, und zu meiner Überraschung dann auch noch die ersten Fahrzeuge meiner Schlange. Ich komme als letzter gerade noch mit auf die Fähre. Auf der Fähre ist dass Sonnendeck gut belegt, alle genießen die Sonne. Und nicht nur an diesem Tag, auch an allen anderen Tage ist das Wetter schön mit Sonne und sommerlichen Temperaturen, ideales „Funkwetter".

 


faxe_ladeplads.jpgIn Dänemark geht es weiter auf der Autobahn bis nach Seeland / Sjælland (IOTA EU029, Dänisches Inseldiplom SJ001) und, da ich sehr gut in der Zeit bin, noch nach Fakse Ladeplads, OZ-014. Auf einer Industriebrache am nördlichen Hafenrand ist ein großer freier Platz, den ich schon aus dem letzten Jahr kenne. Zeit für die ersten QSOs.

 

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Danach fahre ich nach Stevns Pier, OZ-173. Dieser EUPOAR-Ort hatte es mir letztes Jahr angetan. Bei Stevns Pier handelt sich um die weitgehend automatisierte Beladeanlage direkt an einem Kalkabbau. Oberhalb der Betriebsgebäude, oben auf dem Kliff in ca. 30m Höhe über dem Meer, hänge ich den 80m-Dipol für die DOK-Börse auf. Stevns Pier ist ein Ort, an den sich wohl kein Amateurfunker verirrt, außer für eine EUPOAR-Aktivierung. Die Signale der Stationen in der DOK-Börse waren laut und es hat Spaß gemacht, diesen seltenen EUPOAR-Ort verteilen zu können.


 



 

 

 

 

 

 


Am nächsten Tag, Mittwoch, 23.07.2008, fahre ich in aller Frühe weiter nach Roskilde, OZ-034. Das Roskilde-Musikfestival ist gerade zwei Wochen vorbei. Auf dem riesigen Zeltplatz-Areal baue ich meine Station auf. Wenn jemand Heringe braucht, dort findet man sie in Massen. Alle beim Zeltabbau zurück gelassen.

 

_oz_2008_100_23.07.2008_valbyparken_rosengarten.jpgIch habe bei der Vorplanung zu meinem Erstaunen festgestellt, dass Kopenhagen viel kleiner ist, als es auf der Landkarte scheint. Auf der Landkarte sieht man die Besiedlung des Großraums Kopenhagen, während die Stadt Kopenhagen nur aus wenigen Stadtteilen besteht, sozusagen der von den Kopenhagener Seen und dem Hafen begrenzte „Stadtkern". Einziger Stadtteil, der als EUPOAR-Standort aufgelistet ist, ist Valby. Die Vorplanung zahlt sich aus, ich finde über das verzweigte Autobahnnetz Kopenhagens sofort zum Parkplatz des Valby-Parks. Dort befinde ich mich sowohl in Valby, OZ-023, als auch in Kopenhagen, OZ-024. Nach dem Funken kommt ein Spaziergang im Valbyparken, dort gibt es einen herrlich blühenden und duftenden Rosengarten.


 

 

 

 

 

 

 

Bei der Weiterfahrt orientiere ich mich an der Beschilderung zum Flughafen und nach Malmö. Jetzt klappt es nicht so geradlinig wie auf der Fahrt nach Kopenhagen hinein. Ich fahre eine kräftigen Umweg, komme aber trotzdem an meinem nächsten Ziel an. Kastrup, OZ-022, liegt auf der Insel Amager (ebenfalls EU029, aber SJ002), direkt nördlich vom Kopenhagener Flughafen. Ich wundere mich über das Warnschild „Kräne". Aber dann kommt tatsächlich ein Kran die Straße entlang, am Haken ein mittelgroßes Boot, das vom Land-Liegeplatz zum Wasser befördert wird. Die Winter-Bootsliegeplätze an Land kann man als Parkplätze nutzen. Dort finde ich auch einen für mich passenden Platz. Von Kastrup aus hat man einen guten Blick auf die Øresund-Brücke, aber auch zu den Hafen- und Industrieanlagen Kopenhagens.

 

_oz_2008_149_23.07.2008_dragor_altstadt.jpgAuf der südlichen Seite des Flughafens liegt Dragør, OZ-021, ebenfalls auf der Insel Amager. Dragør hat ein altes Fort, in dem jetzt ein nobles Restaurant ist. Das Fort ist zugänglich, man hat einen schönen Blick auf die Øresund-Brücke und nach Malmö. Auch den Leuchtturm Drogden, OZ-020, kann man mitten im Øresund sehen. Die malerische Altstadt ist sehr gut erhalten. Enge Kopfsteinpflaster-Gassen und gelb angemalte niedliche Häuser mit roten Dächern, im traditionellen dänischen Stil gebaut. Viele der Häuser sind mehrere hundert Jahre alt. Dragør war im 19. Jahrhundert eine wohlhabende Seefahrerstadt.

 

 

 

 

 

 

Am Strand von Dragør blicke ich einerseits zur Øresund-Brücke nach Schweden, andererseits träume ich von Scarborough-Reef. Hat jemand den Film der DX-Pedition im chinesischen Meer gesehen? Kleine Felsen, auf denen die Amteurfunkstationen notdürftig aufgebaut wurden. Auch hier im Øresund liegen (allerdings dicht an der Küste) etliche kleine Felsen.
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In der Frühe am Donnerstag, 24.07.2008, geht es weiter nach Norden, erst einmal nach Kopenhagen. Ich bin wieder auf der Insel Sjælland. Auf der Landkarte habe ich mir einen passenden Weg durch die Stadt herausgesucht. Aber dann finde ich in Kopenhagen nicht den Ring O2 und lande in der Innenstadt. In Dänemark ist an jeder Kreuzung eine hervorragende Beschilderung, nur hier in Kopenhagen kann ich kein einziges Hinweisschild finden. Ich fahre per grober Himmelsrichtung ... und komme genau in Tuborg Havn, OZ-025, an. Tuborg Havn war der zur Tuborg-Brauerei gehörende Hafen. Die mehrere Stockwerke hohe Tuborg-Flasche findet man dort immer noch, sie ist wohl eine Kneipe. Ansonsten wird dort gerade eine riesiger Stadtteil gebaut, vergleichbar mit der Hamburger Hafen-City. Viele luxuriös aussehende Wohnungen, Tiefgaragen, Sportboothafen, große Bürogebäude. Viel Beton mit einzelnem gezielt angelegten Grün. Aber kein Platz für Antennen. Nicht einmal ein vernünftiger Parkplatz. Am Rande der Neubauten dann doch ein großer Parkplatz, an der Seite ein kleiner Grasstreifen und Bäume. Die Aktivierung ist gerettet. Wenn ich Zeit gehabt hätte: In Tuborg-Havn gibt es das naturwissenschaftliche Museum Experimentarium, wohl vergleichbar mit der Flensburger Phänomenta. Dort hätte ich gerne einen Tag verbracht.

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Der nächste Hafen ruft: nur wenige hundert Meter bzw. eine Querstraße weiter nördlich liegt der Hafen von Hellerup, OZ-026. Erst beim Wegfahren bemerke ich, dass Hellerup wohl ein recht großer Vorort von Kopenhagen ist. Aber bei der Suche nach Hellerup stieß ich bei Google-Earth zuerst auf „Hellerup Havn", und genau dort bin ich dann auch gelandet. Die Bäume und die Grünfläche waren auch dort, allerdings kann man mit dem Auto nicht direkt heran fahren. Ich finde am Straßenrand einen freien Parkplatz, zwischen Straße und Fußweg einige mittelgroße Bäume, daneben ein Tennisplatz. Auf der anderen Straßenseite mehrgeschossige Bebauung. Der schmale Fußweg ist reichlich frequentiert, viele Leute gehen zum Hafen und an den Strand. Ich bekomme aber trotzdem meinen 20-m-Dipol in die Bäume und fahre dann aus dem Auto die QSOs. Der eine oder andere Passant wird sich gewundert haben, was ich bei dem schönen Wetter im Auto mache.

 

Es ist der Tag der kurzen Entfernungen. Nördlich von Kopenhagen sind am Öresund viele kleine Hafenorte, nach wenigen Kilometern Fahrt der nächste Stopp, keine Strecke ist über 10 Kilometer: Taarbæk OZ-027, Vedbæk OZ-185, Rinsted OZ-182. Wobei: den Ort Rinsted gibt es nicht. An den angegebenen Koordinaten liegt der Ort Rungsted mit schönem Hafen. Ich habe beschlossen, dass es sich bei Rungsted um OZ-182 handeln muss. Abends komme ich dann nach Nivå, OZ-028, ein sehr weitläufig angelegter Ort. In Hafennähe finde ich in der Abenddämmerung eine Wiese, die wohl in Kürze bebaut werden soll. Ideal für meine Groundplane. Die Nacht schlafe ich am Strand von Nivå.

 

 

Am nächsten Morgen, Freitag, 25.07.2008, geht es wieder nur wenige Kilometer weiter nach Norden. Der Ort Snekkersten, OZ-170 steht auf dem Plan. Ebenfalls weitläufig angelegt. Zwischen den einzelnen Straßenzügen mit Einfamilien- oder Reihenhäusern erstrecken sich großzügige Grüngürtel.

 

Immer noch früh am Tag komme ich nach Helsingør, OZ-029. Helsingør liegt am nördlichen Ausgang des Øresunds. Mehrere Fährlinien fahren zum 5 Kilometer entfernten schwedischen Helsingborg. Ich finde einen nur mäßig belegten Parkplatz in der Nähe von Schloss Kronborg mit Blick nach Schweden. Hinter dem mit einem kleinen Wall abgeschlossenen Parkplatz kommt eine Wiese, dann der Øresund. Auf dem Wall baue ich meine Groundplane auf und führe QSOs. Der Parkplatz wird immer voller. Ich schaue, dass die Leute nicht direkt neben meinem Auto über den Wall laufen, sie könnten in den Radials hängen bleiben. Dann passiert es: Ratratrat, das Signal verschwindet fast ganz.... und meine Antenne auch. Der Mast ist in sich selbst zusammengerutscht, der Antennendraht liegt auf einem kleinen Haufen. Der Antennendraht lässt sich relativ schnell wieder entwirren, aber die herunterrauschenden Teile des Schiebemasts haben die Bodenhalterung beschädigt. Mit viel Schweiß, einem Schraubenzieher und einer Portion Glück bekomme ich die Halterung repariert. Das war für mich dann das Signal für eine Pause. Der Funk wird ins Auto gepackt und ich gehe zum Schloss Kronborg. Jetzt weiß ich auch, warum der Parkplatz so voll wurde: Er liegt nicht nur in der Nähe vom Schloss, er ist der Parkplatz für die Schlossbesichtigung. In Deutschland hätte bestimmt beim ersten Eingang zu den Schlossanlagen die Kasse gestanden. Die gesamte Außenanlage ist frei zugänglich, nur für die Besichtigung der Innenräume muss man bezahlen. Im Innenhof des Schlosses ist eine Bühne für Aufführung von Macbeth aufgebaut. Natürlich muss man dort Shakespeare spielen, denn William Shakespeare hat den Ort des Geschehens seiner Tragödie Hamlet nach Schloss Kronborg gelegt. Woran erkennt man die japanischen Touristinnen? Sie haben ihren Regenschirm aufgespannt und nutzen ihn als Sonnenschirm.

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Jetzt werden die Entfernungen wieder größer. Am Nachmittag geht es ca. 20 Kilometer weiter nach Gilleleje, OZ-030. In der EUPOAR-Liste ist der Ort als Gilleje aufgeführt, ich habe im Internet aber beide Bezeichnungen gefunden. Am Leuchtturm _qsl_oz-df2hl-p_gilleleje_lh.jpgNakkehoved Ost (DEN-027) parke ich den Wagen auf einer Wiese im Schatten, wobei der Schatten ein angenehmer Nebeneffekt ist. Wichtiger sind mir die Bäume zum Aufhängen des 40m-Dipols. In Dänemark stört sich zum Glück niemand daran, wenn man nicht auf dem Parkplatz, sondern auf der Wiese dahinter parkt. Vor dem Funken gehe ich aber erst zum Leuchtturm, schaue ihn mir von außen an und genieße den Blick über den hier bereits sehr weiten Øresund. Schweden ist noch gut zu erkennen. Nur einige hundert Meter weiter westlich liegt der Leuchtturm Nakkehoved Vest, (DEN-028), zu dem ich natürlich auch noch hin gehe. Da beiden Leuchttürme am Ortsrand von Gilleleje liegen, habe ich diese Aktivität dem Ort Gilleje zugeordnet. Vorsichtshalber aber auch noch ein weiteres QSO direkt aus dem Ort Gilleleje heraus geführt.

 

Weiter geht es dann nach Hundested, OZ-031. Gerne hätte ich dort den Leuchtturm Spodsbjerg aktiviert, aber in seiner Nähe ist das Gelände sandig, hügelig und ohne antennengeeignete Bäume. Ich suche weiter nach einem passenden Antennenplatz. Der Parkplatz beim Sportplatz ist zwar auch nicht ideal, aber er ist frei, groß und ich kann den 80m-Dipol aufbauen. Der Dipol hängt zwar nur ca. 5 Meter über Grund, aber die Signale in der CW-DOK-Börse sind überraschend gut.

Die folgenden EUPOAR-Orte liegen alle eher im Inneren der Insel Sjælland am weit von Norden in die Insel hineinragenden Roskildefjord und Isefjord.

 

Noch im Hellen fahre ich weiter nach Frederiksværk, OZ-032. Auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus ist nichts los. Ein erster Versuch mit einem Dipol in Bäumen verläuft frustrierend, die Signale sind leise und niemand hört mich. Also Dipol wieder abbauen und Groundplane aufbauen. Es hat sich gelohnt, jetzt kommen QSOs ins Log. Auch wenn es nach der Aktivierung von Frederiksværk dunkel ist, möchte ich noch einen weiteren Ort in die Luft bringen.

 

15 Kilometer südlich liegt Frederikssund, OZ-033. Gegenüber der Sportanlagen und nur wenige hundert Meter vom Sportboothafen entfernt finde ich einen großen Grasparkplatz. Am Rand des Parkplatzes ist ein beleuchteter tempelähnlicher Torbogen, einige mit weißen Gewändern bekleidete Jugendliche gehen dort hin. Erst hinterher stelle ich fest, dass dieses wohl der Eingang zu einem Vikinger-Museumsdorf ist.

Für die Nacht fahre ich noch ein paar Kilometer weiter. Bei Kyndby Huse habe ich in Google Earth einen Sandstrand ausgemacht. Aber meine Taschenlampe leuchtet nur auf einen mit großen Steinen übersäten Strandabschnitt, der darüber hinaus auch noch feucht zu sein scheint. Dieses ist die einzige Nacht, die ich im Auto verbringe.

 

 

Am nächsten Morgen, Sonnabend 26.07.2008, stelle ich dann fest, dass 300m weiter eine Wiese als Zeltplatz ausgewiesen ist.

 

Kyndby, OZ-036, liegt ca. 3 km von der Küste entfernt und hat selbst keinen Hafen. Dafür gibt es bei Kyndby Huse das Kyndbyværket, ein Kraftwerk mit eigenem Hafen zur Kohleanlieferung. Zwischen Kyndby Huse und Kyndby ist mein Standort an der Zufahrt zu einer Kiesgrube, mit Blick zum Schornstein des Kyndbyværket. An den bisherigen Tagen hatte ich morgens eher Schwierigkeiten, QSO-Partner zu finden. Heute dagegen läuft es wie geschmiert. Auf meinen CQ-Ruf auf 40m bekomme ich Antwort, man tauscht in Ruhe die Informationen aus, und nach 10 Minuten ist ein nettes CW-QSO geführt und im Log. Danach gleich das nächste QSO. Hat Spaß gemacht! Die Antenne trifft dann die Entscheidung, weiter zu fahren. Sie rutscht zum zweiten Mal in sich zusammen.

 

Østby, OZ-181, ist auf dieser Tour mein Lie_oz_2008_345_26.07.2008_ostbyhavn.jpgblingshafen. Das kleine Dorf Ostby selbst liegt etwa einen Kilometer vom Wasser entfernt. Über einen Feldweg, der den bezeichnenden Name Hammervej trägt, gelangt man zum Hafen. Feldweg soll heißen, er geht durch die Felder, ist nicht asphaltiert, sondern viele Steine mit ihren Kanten und Spitzen stehen nach oben heraus. Schrittgeschwindigkeit ist das höchste, was ich hier den Reifen zumuten will. Ein echter „Hammer" dieser Weg. Am Wasser angekommen wird man von einem mittelgroßer Stein am Straßenrand mit der Beschriftung ØSTBY HAVN begrüßt. Eine kleine, gepflegte Wiese, natürlich mit Bänken und Tisch sowie Mülleiner geht direkt zum Strand über. Eine kleine Scheune dient wohl als Bootsschuppen. Im Hafen liegen 8 Ruderboote und zwei _oz_2008_355_26.07.2008_ostbyhavn_hafeneinfahrt.jpgkleine Segelboote. Ich kann bis auf 10 Meter ans Wasser heranfahren und direkt neben dem Auto meine Antenne aufbauen. Zu Anfang bin ich alleine, später kommt ein Vater mit seinem Sohn und macht irgendwas in der Scheune, sowie eine Mutter mit kleinem Kind. Ein richtig gemütlicher und ruhiger Ort, hätte man eigentlich den ganzen Tag bleiben können. Wie schon vorher in Kyndby antwortet man auf meinen CQ-Ruf und so führe ich auch hier einige nette CW-QSOs. Zum Schluss natürlich ein Bad in der See und eine Hafenbesichtigung. Die Hafeneinfahrt hat mich begeistert. Zur Orientierung hat man eine grün angemalte Flaschenbürste und eine rot angemalte Heizungsbürste an den beiden Seiten der Einfahrt aufgestellt. Ein Hafen von Welt hat schließlich eine gut beschilderte Einfahrt. (Später habe ich an anderen Stellen auch wieder diese Bürsten gefunden, müssen wohl doch für die Beschilderung von Seestraßen vorgesehene Gegenstände sein, und nicht aus der Küche entwendet und eingefärbt...) Einige hundert Meter weiter südlich ist die verfallenen Anlage eines weiteren Hafens, der laut Internet zu einem Kalkwerk gehört haben muss und wohl der Grund für die Aufnahme in die EUPOAR-Liste gewesen sein dürfte. Von dem Kalkwerk ist aber nichts mehr zu sehen. So bleibt nur die Frage, warum dieses schnuckelige Plätzchen in der EUPOAR-Liste steht, während einige andere wirklich große Häfen dort nicht zu finden sind.

 

 

 

 

 

 

 

In Lyndby, OZ-035, baue ich meine Groundplane am Ortsrand auf einer kleinen Grünfläche am Straßenrand auf.


In Holbæk, OZ-037, fahre ich zum Sportboothafen. An der Straße ist eine 150 Meter breite Grünfläche. Ich kann bequem auf dem Seitenstreifen parken, auf der ungemähten und ungenutzten Grünfläche ist viel Platz für die Groundplane. Die letzten QSOs vor dem Beginn des IOTA-Kontests, und dann geht es auch mit dem Verteilen der Kontestnummern los. Das hebt natürlich den QSO-Schnitt, und sogar DX klappt (K1RX und K2LE hören mich im ersten Anruf), aber irgendwie haben die gemütlichen Klön-QSOs morgens mehr Spaß gemacht.


Nächster Ort ist Nykøbing, OZ-038. Am südlichen Rand von Nykøbing ist der Sportboothafen, ich bin auf einer Wiese in der Nähe. 15m ist offen!_oz_2008_391_26.07.2008_nykobing_rorvig_x2.jpg

Die etwa 5 Kilometer lange Strecke von Nykøbing nach Rørvig führt durch ein riesiges Ferienhausgebiet. Gut im Wald versteckt sind rechts und links der Straße hunderte, vermutlich sogar weit über Tausend Ferienhäuser. Am Hafen von Rørvig, OZ-039, tobt das Leben, für einen Sonnabend Nachmittag bei gutem Sommerwetter und den vielen Ferienhäusern nicht verwunderlich. Dort habe ich keine Chance zum Antennenbau, aber am Ortsrand auf einem abgemähten Feld ist viel Platz. Der Bauer fährt irgendwann vorbei, schaut etwas verwundert, aber sagt und fragt nichts. Rørvig liegt auf der Westseite der Wasser-Verbindung vom Isefjord zur Ostsee. Von Rørvig verkehrt eine Fähre nach Hundested, das in 6 Kilometer Entfernung auf der anderen Seite liegt.

 

_oz_2008_401_26.07.2008_odde_faehrhafen.jpgWeiter geht es nach Odden, OZ-040. Die Odde ist eigentlich gar kein Ort, sondern bezeichnet die Spitze im Nordwesten der Insel Sjælland. In Ermangelung eines Ortes an dieser Landspitze wird aber schon aus größerer Entfernung an den Straße Sj. Odde oder Sjællands Odde angezeigt. Die Fahrt von Rørvig dorthin ist mit 30 km recht weit, führt aber sehr malerisch über die enge Landzunge zum Fährhafen an der Odde. Von hier fahren Fähren zum Festland (Jütland) nach Ebeltoft und Århus. Direkt am Gelände des Fährhafens habe ich keine Chance zum Antennenbau, abgezäunte Bereiche, Hafenmolen die man nicht betreten _oz_2008_402_26.07.2008_sjaellands_odde.jpgdarf und aufgetürmte große Wackersteine ohne richtigen Boden dazwischen verhindern es. Aber nur 200 Meter von den Kassenhäuschen entfernt an der Zufahrtsstraße zum Hafen kann ich den Wagen neben den Radweg stellen und in einer „Baulücke" des hier befindlichen Ferienhausgeländes meine Groundplane für 40m-Betrieb aufbauen. Der erste Rapport ist noch nicht verteilt, da tauchen aus dem Gelände mehrere Leute auf. Sie wollen herausfinden, was das für ein komischer Mast ist, den sie von der Terrasse ihres Ferienhauses auf einmal sehen. Sie stolpern fast über die Radials, lassen sich den Amateurfunk kurz erklären und verschwinden dann wieder. Auf 40m sind viele sehr laute Signale, die sich gegenseitig mit QRM eindecken. Ich bekomme mit meiner kleinen Leistung kaum ein Bein an die Erde, ich werde wohl von vielen Stationen erahnt, aber nicht wirklich lesbar aufgenommen. Zum Beispiel Tina, YO3FRI versucht mehrere Minuten lang geduldig, mein Rufzeichen komplett zu bekommen, muss dann aber doch aufgeben. So macht es wenig Spaß.



Es ist noch früh am Abend, noch ist es hell, und in der Nacht möchte ich gerne QSOs auf 80m fahren. Eine lange Fahrtstrecke liegt jetzt an. Circa 60 Kilometer sind es zum nächsten EUPOAR-Standort. Zuerst die Landzunge zurück, dann nach Süden. Am Wegesrand sehe ich einen Autofahrer, der ein Reh in den Kofferraum einpackt. Gekauft oder umgefahren? Ich fahre nach Havnsø, von dort will ich am Sonntag mit der Fähre nach Sejerø fahren, schon mal im Vorbeifahren schauen, wie die Parkplatzsituation am Hafen ist. Im der Nähe von Havnsø habe ich mehrere Plätze zum Übernachten ausgeguckt. Auch die möchte ich mir ansehen. Aber welche Überraschung: Ich komme in ein abgezäuntes, aber befahrbares Gebiet, wo vor frei herumlaufenden Rindern gewarnt wird. Nicht Rinder, sondern eine Pferdeherde zottelt dann langsam auf der Straße längs. Ich sehe mir den Schlafplatz am Strand an. Eigentlich sollten dort keine Tiere hinkommen können, aber was nützen die Gitterroste auf der Fahrbahn, wenn daneben der Zaun fehlt. Und dort nachts schlafend von einem Pferd oder einer Kuh am Strand angeleckt zu werden... vielleicht findet sich anderswo ein Schlafplatz. Auf der Weiterfahrt haben ein Reh und ich einen Schutzengel: Das Reh springt aus dem Feld auf die Straße. Ein Bruchteil einer Sekunde später wäre es fatal gewesen. So kann ich abbremsen, das Reh läuft weiter, ich habe einen Riesenschreck, aber ein unbeschädigtes Auto. Wie gut, dass Murphy auch mal schlafen muss. Weiter geht es nach Kalundborg. Etwas südlich liegt Asnæsværkets Havn, OZ-043. Es handelt sich hier wieder um den Hafen eines Kraftwerks. Das Asnæsværket ist einer der größten Stromerzeuger Dänemarks. Inzwischen ist es dunkel. Ich komme durch ein Industriegebiet mit Raffinerien. Beim Kraftwerk ist dann die Straße zu Ende. Von einer großzügig angelegten Kehre geht ein Durchgang zu einem kleinen Park. Um diese Uhrzeit wird dort wohl niemand mehr kommen. So stelle ich das Auto in die Parkzufahrt und hänge den 80m-Dipol mehr schlecht als recht auf, das eine Ende in den Park, das andere an den Bäumen längs der Kehre. Das Kraftwerksgelände grenzt direkt an diesen Park, und der Kraftwerksturm sowie der Hafen selbst sind ca. 500 Meter entfernt. Auch hier gilt leider wieder: Die Signale sind laut, aber ich werde nur mit großen Schwierigkeiten gehört. In absoluter Dunkelheit (einmal abgesehen von den Positionslichtern des Kraftwerkturms) muss ich den Dipol abbauen.

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Gegen Mitternacht mache ich mich dann auf den Weg zurück in das nahe gelegene Kalundborg. Kalundborg, OZ-042 hat ca. 50000 Einwohner. Irgendwoher kenne ich diesen Ortsnamen ... Kalundborg feiert. Das Stadtfest verhindert die Zufahrt zum Sportplatz, ich muss mir also einen anderen Platz für die Antenne suchen. In Wassernähe finde ich eine große Grünfläche, vielleicht ein weiterer Festplatz. Am Ende stehen zwei hohe Türme, wie ich hinterher feststelle sind es die 118 Meter hohen Türme des Langwellensenders Kalundborg (daher kam mir der Name so bekannt vor). Zum Glück für meinen FT817 sendet er nicht mehr, bis zum 15. Februar 2007 hat er 300 Kilowatt Sendeleistung auf 243 kHz gemacht. Ich stehe nur 300 Meter von dem Sendeturm entfernt. Auch der Mittelwellensender in Kalundborg mit 150 kW Leistung soll nur noch stundenweise senden, ich habe zumindest nichts von ihm bemerkt. Beim Antennenaufbau bekomme ich Besuch. Ein Polizeiwagen fährt vorbei, bremst ab, setzt zurück, die Polizisten sehen zu mir herüber. Was nun wohl passiert? Ich gehe zum Polizeiwagen hin, spreche die Polizisten auf Deutsch an und sage ihnen, dass ich Amateurfunker bin und für eine Stunde hier eine Sendeantenne aufbaue. Das akzeptieren die Polizisten ohne irgendwelche weitere Kontrolle und wünschen mir viel Spaß. So komme ich dann in Kalundborg zu meinen QSOs auf 80 Meter.

 

Kurz nach ein Uhr baue ich ab und suche jetzt noch einen Schlafplatz. Ich fahre ohne festes Ziel an der Küste des Kalundborg Fjord lang und habe Glück: In einem Dorf steht ein Wegweiser „Til Stranden". Es ist ein einsamer Platz und das Auto kann ich auf einer Wiese parken. Es ist kein Sandstrand, sondern sehr kleine Kieselsteinchen. Auf denen kann man aber auch gut schlafen... Schön wäre es gewesen. Irgendwann wache ich von Geräuschen und Licht auf. Mitten in der Nacht muss da noch jemand auf den Parkplatz gekommen sein. Aufstehen und nachsehen? Macht sich vielleicht jemand an meinem Auto zu schaffen und klaut mir mein Equipment? Dann ist es jetzt eh zu spät. Mal sehen, was ich am nächsten Morgen vorfinde. Aber ich werde noch einmal aus dem Schlaf gerissen. Es ist schon hell, und oben auf der Wiese steht ein mich ansehender, laut bellender Hund. Nur der Hund, kein Mensch. Ruhe bewahren und Abwarten hilft, der Hund verschwindet wieder. Ich stehe dann auf, das Auto ist noch da, alles ist heil ... und mir fällt ein Stein vom Herzen. An diesem Strandplatz mache ich noch eine interessante Entdeckung: Es gibt ein Nødradio. Ein Notfall-Funkgerät mit Bedienungsanleitung in Dänisch, Englisch und Deutsch ist dort im Rettungskasten untergebracht. Oben drauf dann eine Sperrtopf-Antenne.

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Inzwischen ist es Sonntag, 27.07.2008. Ich fahre wieder etwas nach Norden, zurück nach Havnsø. Von dort fährt um 09.15 Uhr die Fähre nach Sejerø, OZ-041. Sejerø gehört auch zu IOTA EU029 und zählt für das dänische Inseldiplom als SJ006. Der Fahrpreis hin und zurück beträgt für Personen 115 DKK, also ca. 16 Euro. Ich habe meinen Einkaufsroller bepackt, auch der Mast kommt mit. Die Überfahrt dauert 60 Minuten. Auf Sejerø gehe ich gar nicht weit vom Hafen weg, sondern baue dort

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meine Groundplane auf. Gerne wäre ich auf einen etwas höheren Punkt gegangen, aber der Einkaufsroller mit dem Antennenmast ist mir dann doch zu schwer und unhandlich dafür. Aber hier geht es richtig ab: In 90 Minuten 44 QSOs auf 40m und 20m. Das macht Spaß. Ich nehme dann die nächste Fähre zurück nach Havnsø. Damit ist der IOTA-Kontest für mich beendet, die letzte Stunde des Kontests verbringe ich auf der Fähre. In sengender Mittagssonne bin zurück in Havnsø und mache erst einmal eine Picknick-Pause. Und dann rechne ich nach, ob ich es vielleicht noch zur Abendfähre nach Ærø schaffen kann. Sonntags gibt es noch eine „späte" Fähre um 16.30 Uhr von Faaborg nach Ærø. Das könnte klappen.


_oz_2008_462_27.07.2008_beltbruecke_x2.jpgAlso mache ich mich auf den Weg zur Brücke über den großen Belt, zahle dort fast 30 Euro Gebühr um dann nach Fünen herüber zu fahren. Auch dieses Jahr gibt es keine Möglichkeit, die Insel Sprogø, OZ-184 zu aktivieren. Über Odense geht es weiter nach Faaborg, ich bin rechtzeitig dort. Ich werde das Auto in Faaborg stehen lassen und mich auf Ærø mit dem Bus bewegen. Mein Einkaufsroller muss neu bepackt werden. Den Antennenmast lasse ich im Auto, er ist zu schwer und sperrig. Dipole müssen auf Ærø ausreichen. Die Überfahrt kostet hin und zurück 178 DKK (ca. 24 Euro) und dauert gut eine Stunde. Ærø zählt zu IOTA EU172 und für das dänische Inseldiplom als FY014.

 

_oz_2008_474_27.07.2008_soby_hafen_aeroe.jpgDer Ankunftshafen auf Ærø ist Søby, OZ-072. Auf Google Earth habe ich eine mit Bäumen begrenzte Grünfläche gleich am Hafen gefunden. Die gibt es dort auch. Aber leider ist dort auch ein stark besuchter Kinderspielplatz. Nichts mit 40m-Dipol, den müsste ich über den Spielplatz hinweg spannen. Beim Auf- und Abbau könnten sich Gefahrsituationen für die Kinder durch den herunterhängenden Draht ergeben. Also nur ein 20m-Dipol, den ich am Rand in den Bäumen aufhängen kann. Es ist nichts los auf 20 Meter. Sind alle von Kontest so erschöpft? Aber im QRP-Bereich um 14060 kHz finde ich dann ganz leise Signale. Zu meiner Freude kommen sogar zwei QSOs zu Stande, die Rapporte sind mäßig, aber die QSOs komplett.

Zu um 21.15 Uhr ist der Chauffeur bestellt. Ich bin der einzige Fahrgast im Bus. Es ist auch der einzige Bus, den man mit der späten Sonntag-Fähre erreichen kann. Er fährt auch nur bis Ærøskøbing, nicht bis ans andere Ende der Insel nach Marstal. Dafür kostet diese knapp halbstündige Fahrt dann 31 DKK, also etwas über 4 Euro. Für diesen Preis kann ich im HVV einmal durch ganz Hamburg fahren.

 

In Ærøskøbing, OZ-071, ist noch viel Leben. Auch hier macht sich die Vorarbeit bei Google Earth bemerkbar. Ich finde direkt zu einem Park, in dem auf einer Rasenfläche einige große Bäume stehen. Die vorbeigehenden Leute schauen, was ich dort im Dunkeln treibe. Einigen erzähle ich vom Amateurfunk. Aber auch hier stört sich niemand an meinen Aktivitäten. Als ich auf 80 Meter hereinhöre, bekomme ich einen mittleren Schock. QRN von S9 und mehr, offenbar durch irgendwelche Geräte erzeugt. Zum Teil auch wandernde Störträger. Nur wenige ganz laute Signale sind für mich zu lesen. Trotzdem komme ich zu meinen 5 QSOs.

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Nacht ziehe ich mit meinem Einkaufsroller ungefähr 1½ Kilometer erst durch Ærøskøbing und dann weiter zum Weststrand. Die Gedanken, was passiert, wenn am Einkaufsroller ein Rad abbricht, denke ich nicht zu Ende. Dort am Strand stehen viele kleine hölzerne Badehäuschen, wie die Perlen einer Kette am Strand aufgereiht. Nur in einer Reihe, nicht hintereinander. Da sie in der Nacht nicht bewohnt sind, muss es sich tatsächlich um den Luxus zusätzlicher Strandhäuschen handeln. Hier lässt es sich gut am Strand schlafen._oz_2008_480_28.07.2008_aeroskobing_weststrand.jpg

 

 

 

 


_oz_2008_490_28.07.2008_aeroskobing.jpg



Am Montag, 28.07.2008, muss ich vom Strand erst in den Ort zurück gehen. Dann mache ich einen Rundgang durch die Altstadt. So schön ein Rundgang am Morgen in der Stadt ist, für gute Fotos steht die Sonne auch hier zu tief. Die Helligkeitsunterschiede zwischen Licht und Schatten sind zu groß. Ærøskøbing wird auch als Märchenstadt bezeichnet und gilt als die malerischste Stadt der Insel und darüber hinaus als eine der schönsten Kleinstädte Dänemarks.

 

 

Um 8.25 Uhr fährt der erste Bus nach Marstal, OZ-070. Marstal liegt im Osten der Insel Ærø. Für die Busfahrten an diesem Tag löse ich eine Tageskarte, sie kostet 70 DKK, also fast 10 Euro. Aber immer noch preiswerter, als das Auto mit auf die Insel zu nehmen. Am Ortseingang von Marstal sind auf einem Feld viele Solarzellen aufgebaut. Marstal ist wichtiger Hafen und größter Ort auf Ærø. In Marstal habe ich 3½ Stunden Zeit; dann fährt der Bus nach Søby. Am Strand direkt an der Hafenzufahrt finde ich einen Platz für den 40m-Dipol. Er hängt schon fast über dem Wasser. Die Fähren nach Marstal fahren bei der Einfahrt in den Hafen zum Greifen nahe vorbei.

_oz_2008_532_28.07.2008_marstal_x2.jpg

Um 12.30 Uhr nehme ich den Bus zurück nach Søby. Ich habe dort dann noch knappe zwei Stunden Zeit, bis die (letzte) Fähre um 15.15 nach Faaborg fährt.

_oz_2008_552_28.07.2008_soby.jpg
Nur zwei QSOs aus Søby vom Vortag sind mir zu wenig. Der Spielplatz ist leer, und so kann ich den 40m-Dipol aufhängen. Es kommen noch 4 weitere QSOs hinzu. Und ich denke daran, dass man den Operator auch mal auf einem Foto sehen sollte.

Nebenan baut der Circus Krone gerade sein Zelt auf.

 

 

 

Zurück auf der Insel Fünen logge ich noch ein QSO aus Faaborg. Eigentlich könnte ich jetzt nach Hause fahren, ich habe alle von mir geplanten Orte aktiviert. Nur ein letzter Vorsatz ist nicht eingelöst: Wenn ich die Tour mit der DOK-Börse beginne, dann sollte ich sie auch mit der Börse beenden. Bei dem schönen Wetter ist auch das kein Problem. Von Faaborg fahre ich nach Middelfart, dort über die Brücke über den kleinen Belt und weiter über Kolding und Aabenraa in die Nähe von Broager an die Flensburger Außenförde. Dort übernachte ich auch am Strand.

 

 

 

Am Dienstags, 29.07.2008, genieße ich einen Strandvormittag. Nachmittags fahre ich wieder bis fast nach Aabenraa.

_oz_2008_573_29.07.2008_enstedvaerket.jpg

Enstedværkets Havn, OZ-097, ist mein Ziel. Vor zwei Jahren war der große Parkplatz zwar auch schon überwuchert, aber zugänglich. Jetzt sind Betonblöcke in die Zufahrten gestellt, so dass ich Antenne und Gerät mit dem Einkaufsroller auf den Platz bringe. Es sind keine wirklich guten Aufhängepunkte für den 80m-Dipol vorhanden. Aber 6 Meter Höhe am Glasfibermast müssen reichen, die Enden werden an einen Laternenmast und einen Papierkorb abgespannt. Auch Enstedværkets Havn ist ein Ort, an den sich wohl nur ein EUPOAR-Aktivierer verirrt. Auch hier sind die Signale in der DOK-Börse sehr gut und es kommen noch einmal einige EUPOAR-Sammler ins Log. Ein gelungener Abschluss einer insgesamt sehr erfolgreichen EUPOAR-Tour.


Den folgenden Text habe ich aus dem letztjährigen Bericht übernommen, er stimmt auch für dieses Jahr: Auf dem Rückweg komme ich wie bereits letztes Jahr nach Harrislee. Dort gibt es mehrere Supermärkte (Scandinavia Center, Poetsch, Dancenter), die in Massen Getränke wie Bier, Cola aber auch härteren Alkohol und Süßigkeiten anbieten. Die Öffnungszeiten sind zum Teil bis Mitternacht (wohl auf Grund der Grenznähe mit irgendwelchen Sonderrechten betreffend Öffnungszeiten), die Parkplätze sind voll mit dänischen Autos mit und ohne Anhänger. Die Dänen schleppen dutzende von Paletten mit Bier und Cola heraus und packen den Kofferraum oder ihren Anhänger damit voll. Ich kaufe ein paar Süßigkeiten ein, die es bei uns im Supermarkt nicht gibt. Danach geht es dann nach Hause.

 

Wo kann es nächstes Mal hingehen? Jütland habe ich nur bis zur Höhe Ribe an der Nordsee und Fredericia an der Ostsee aktiviert. Alles nördlich davon, einschließlich Nordjütlands (EU171) und der im Binnenland befindlichen Inseln wie z.B. Fur fehlt noch, ca. 60 EUPOAR-Orte. Das reicht für mindestens zwei Wochen. Auch die kleineren Inseln wie Samsø und Fanø fehlen noch. Und irgendwie reizt mich auch noch ein Kurztrip nach Bornholm. Oder Südschweden, es ist über die Øresund-Brücke gut erreichbar, wenn auch die durch die Fähr- und Brücken-Entgelte teuer. Vielleicht klappt es im nächsten Sommer wieder um das IOTA-Kontest-Wochenende herum? Mein Favorit ist im Augenblick Nordjütland.

 

 

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Übersicht über die aktivierten EUPOAR-Standorte

 

Datum

EUPOAR

Ort

QSOs

Dauer

Band

IOTA

DIA


22.07.2008

OZ-014

Faxe Ladeplads, Seeland

5

60

20/30

EU029

SJ001


22.07.2008

OZ-173

Stevns Pier, Seeland

24

80

80

EU029

SJ001

DOK-Börse

23.07.2008

OZ-034

Roskilde, Seeland

6

65

30/40

EU029

SJ001


23.07.2008

OZ-023

Valby, Seeland

11

100

40/20

EU029

SJ001


23.07.2008

OZ-024

Kopenhagen, Seeland

5

60

20/40

EU029

SJ001


23.07.2008

OZ-022

Kastrup, Amager

7

120

40

EU029

SJ002


23.07.2008

OZ-021

Dragør, Amager

10

150

20/30/40

EU029

SJ002


24.07.2008

OZ-025

Tuborg Havn, Seeland

6

90

20

EU029

SJ001


24.07.2008

OZ-026

Hellerup, Seeland

6

110

17/20

EU029

SJ001


24.07.2008

OZ-027

Taarbaek, Seeland

6

100

20/17/15

EU029

SJ001


24.07.2008

OZ-185

Vedbaek, Seeland

10

80

20/40

EU029

SJ001


24.07.2008

OZ-182

Rungsted/Rinsted, Seeland

5

70

20/40

EU029

SJ001


24.07.2008

OZ-028

Niva, Seeland

8

80

40/30/20

EU029

SJ001


25.07.2008

OZ-170

Snekkersten, Seeland

8

85

40

EU029

SJ001


25.07.2008

OZ-029

Helsingor, Seeland

5

50

20/40

EU029

SJ001


25.07.2008

OZ-030

Gilleleje, Seeland

9

105

40/20

EU029

SJ001


25.07.2008

OZ-031

Hundested, Seeland

8

60

80

EU029

SJ001

DOK-Börse

25.07.2008

OZ-032

Frederiksvaerk, Seeland

5

45

20/40

EU029

SJ001


25.07.2008

OZ-033

Frederikssund, Seeland

7

50

20/30/40

EU029

SJ001


26.07.2008

OZ-036

Kyndby, Seeland

8

75

40

EU029

SJ001


26.07.2008

OZ-181

Ostby, Seeland

8

65

40

EU029

SJ001


26.07.2008

OZ-035

Lyndby, Seeland

5

35

20

EU029

SJ001


26.07.2008

OZ-037

Holbaek, Seeland

17

60

20

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

26.07.2008

OZ-038

Nykobing Sj, Seeland

12

40

15

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

26.07.2008

OZ-039

Rorvig, Seeland

11

55

15/20

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

26.07.2008

OZ-040

Odde, Seeland

13

70

20/40

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

26.07.2008

OZ-043

Asnaesverkets Havn, Seeland

8

40

80

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

26.07.2008

OZ-042

Kalundborg, Seeland

8

25

80

EU029

SJ001

IOTA-Kontest

27.07.2008

OZ-041

Sejero

44

90

40/20

EU029

SJ006

IOTA-Kontest

27.07.2008

OZ-072

Soby, Aeroe

2

40

20

EU172

FY014


27.07.2008

OZ-071

Aeroskobing, Aeroe

5

60

80

EU172

FY014


28.07.2008

OZ-070

Marstal, Aeroe

7

135

40

EU172

FY014


28.07.2008

OZ-072

Soby, Aeroe

4

45

40

EU172

FY014


28.07.2008

OZ-085

Faaborg, Fyn

1

10

20

EU172

FY001


29.07.2008

OZ-097

Enstedvaerkets Havn

18

110

80

-

-

DOK-Börse

 

 

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Nicht aktivierte EUPOAR-Orte im Süden Dänemarks und bei der Hauptinsel Sjælland:

 

Der Text zu Drogden Light ist neu, die beiden anderen Texte sind aus dem letzten Jahr übernommen, es hat sich dort nichts geändert.

 

Leuchtturm Drogden OZ-020 liegt im Øresund, ca. 5 km südöstlich von Dragør. Er ist nicht von Land aus zu erreichen, sondern nur per Boot, und sicherlich nur mit besonderer Genehmigung zu betreten. Vielleicht schaffen es einheimische Funkamateure, ihn zu einem Leuchtturmwochenende zu aktivieren?

 

Die Insel Sprogø OZ-184 im Store Bælt (deutsch: Großer Belt) zwischen Seeland (Sjælland) und Fünen (Fyn) kann nur schwer betreten werden. Irgendwo im Internet hatte ich vor einiger Zeit gefunden, dass sie nur mit einer Gruppenführung besichtigt werden kann, aber ich weiß nicht ob das noch stimmt. Die Storebælt-Brücke als Verbindung zwischen Fünen und Seeland benutzt die Insel Sprogø als Zwischenstation. Die etwa 154 ha große Insel war vor der Ausführung des Brückenbauwerkes nur ein Viertel so groß und nur mit einem Leuchtturm und ein paar Häusern bebaut. Veröffentlichung über Natur und Verkehr auf der Insel Sprogø: http://www.sundogbaelt.dk/uk/Menu/Publications/Sprogo_DE

 

Auch die Insel Katholm OZ-094 fehlt noch.

Den folgenden Text hatte ich bereits unter den Bericht aus dem Jahr 2006 geschrieben:

Im Alsensund, zwischen Festland und Alsen liegt die Insel Katholm OZ-094. Von der Gemeinde Dyndved aus bin ich in 2006 den Katholmvej, einen schmalen Sand-Feldweg bis an die Küste gefahren. Dort gibt es dann einen kleinen Parkplatz (maximal 5 Autos), eine Picknickbank und einen Papierkorb. Außerdem sind dort noch ein etwas baufälliger Bootssteg und einige Ruderboote. Die Insel Katholm liegt ca. 200m vom Ufer entfernt. Katholm ist unbewohnt, flach und mit Gras bewachsen. Es kam lautes Vogelgeschrei von der Insel herüber, aber sie scheint kein Naturschutzgebiet zu sein. Von Hafen weit und breit keine Spur, muss also wohl ein Ankerplatz sein.

 

 

 

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© und vy 73 de Hinrich, DF2HL