OV-Abend am 03.06.2026

DARC-OV-Info 3/26

04.06.2026

DARC-OV-Info 3/26

04.06.2026

Ein kurzer Bericht vom OV Abend

Studie über den Einsatz von maschinellem Lernen zur Erkennung digitaler Amateurfunk-Betriebsarten
Eine im Januar 2025 veröffentlichte Studie der Technischen Hochschule Nürnberg untersucht, wie sich digitale Amateurfunk-Betriebsarten mithilfe von maschinellem Lernen (ML) unter realen Funkbedingungen automatisch erkennen und klassifizieren lassen.
Für die Untersuchung wurden Aussendungen im 70-cm-Amateurfunkband aufgezeichnet und mit Software Defined Radios (SDRs) erfasst. Als Trainingsgrundlage für die verschiedenen Modelle dienten simulierte Datensätze, die aus zufällig erzeugten Zeichenfolgen bestanden.
Zur Überprüfung der Praxistauglichkeit erfolgten Testaussendungen mit Inhalten aus Wikipedia-Texten. Dadurch konnte untersucht werden, ob die trainierten Modelle auch bei realen Übertragungen zuverlässig arbeiten.
Um reale Funkbedingungen möglichst genau nachzubilden, wurden den Trainingsdaten gezielt künstliche Störungen wie Rauschen, Frequenzverschiebungen und Interferenzsignale hinzugefügt.
Die Klassifikation der unterschiedlichen digitalen Betriebsarten erfolgte anhand von Spektrogrammen. Diese wurden wie Bilddaten behandelt und anschließend von neuronalen Netzen analysiert. Die verschiedenen eingesetzten Modelle erreichten bei der Erkennung der Betriebsarten je nach Architektur Trefferquoten von über 90 Prozent. Besonders bemerkenswert ist, dass reale Aussendungen zuverlässig anhand ihres Spektrums erkannt werden konnten, obwohl die Modelle ausschließlich mit simulierten Daten trainiert wurden.
Die Studie zeigt, dass maschinelles Lernen ein leistungsfähiges Werkzeug zur Analyse digitaler Amateurfunksignale darstellt. Die zuverlässige Erkennung von Betriebsarten anhand ihrer Spektraldarstellung eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten, insbesondere für die automatische Bandbeobachtung sowie die Erkennung unerlaubter Aussendungen.
Damit stellt das Verfahren ein vielversprechendes Analysewerkzeug für zukünftige Anwendungen im Bereich des Monitorings dar.
Studie: https://arxiv.org/pdf/2501.07337

SRK Tools – Swiss Radio Knife
Das Konzept von SRK Tools verfolgt den Ansatz eines „digitalen Schweizer Taschenmessers“ für den Amateurfunk. Statt viele einzelne Programme installieren zu müssen, werden zahlreiche Funktionen in einer webbasierten Oberfläche zusammengeführt. Dies erleichtert insbesondere den mobilen Einsatz erheblich. Die Anwendung wurde als Progressive Web App (PWA) entwickelt und kann sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Smartphones und Tablets genutzt werden.
Besonders interessant ist die Integration von SDR-Unterstützung und Audioanalyse direkt im Browser. Moderne Webtechnologien ermöglichen damit Funktionen, die bislang überwiegend spezialisierten Desktop-Anwendungen vorbehalten waren. Dadurch lassen sich beispielsweise Oberwellenmessungen oder weitere Signalanalysen durchführen. Die Vielfalt der enthaltenen Rechner und Hilfsmittel macht das Projekt sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Funkamateure attraktiv.Von einfachen Formeln wie dem Ohmschen Gesetz oder der Berechnung von Akkulaufzeiten bis hin zu Werkzeugen zur Berechnung von Antennen. Zusätzlich ist ein SAT-Tracker integriert, der Funkamateuren die Verfolgung von Amateurfunksatelliten erleichtert und damit den portablen Betrieb unterstützt. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbare Version 0.3.5 befindet sich noch im Entwicklungsstadium. Nach Angaben des Entwicklers sind noch nicht alle Funktionen vollständig umgesetzt oder ausgereift und Einschränkung bei der Nutzung sind zu erwarten. Das Projekt zeigt jedoch bereits jetzt großes Potenzial und könnte zu einer leistungsfähigen All-in-One-Plattform für den Amateurfunk werden und wird aktiv weiterentwickelt.

2G-Abschaltung in Deutschland
Mehrere Mobilfunkanbieter haben die Abschaltung des veralteten Mobilfunkstandards 2G (GSM) angekündigt. Nach derzeitiger Planung soll die Technologie in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2028 schrittweise außer Betrieb gehen. Die frei werdenden Frequenzen werden künftig für leistungsfähigere Mobilfunkstandards wie 4G (LTE) und 5G genutzt.
Bereits im Jahr 2021 wurde das 3G-Netz abgeschaltet. Seitdem diente 2G vor allem als Basisnetz für ältere Mobiltelefone sowie zahlreiche Maschinen- und IoT-Anwendungen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem automatischen Fahrzeug-Notruf eCall, der seit 2018 für neue Fahrzeugtypen vorgeschrieben ist. Viele bestehende Systeme basieren noch auf der 2G-Technik. Als Nachfolger wird seit 2026 schrittweise Next Generation eCall (NG eCall) eingeführt, das auf LTE basiert. Einige Fahrzeughersteller bieten Software-Updates oder technische Nachrüstungen an, allerdings ist derzeit noch unklar, ob dies für alle Modelle möglich sein wird und welche rechtlichen Auswirkungen ein nicht funktionsfähiges eCall-System künftig beispielsweise bei der Hauptuntersuchung haben könnte.
Neben Fahrzeugen sind auch zahlreiche vernetzte Geräte wie Alarmanlagen, Sensoren oder Fernwirksysteme von der Abschaltung betroffen. Um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, gewähren einzelne Netzbetreiber für besonders kritische Industrie- und IoT-Anwendungen verlängerte Übergangsfristen bis zum Jahr 2030.

NH8S – Aktivität von Swains Island?
Swains Island ist ein abgelegenes Atoll im Südpazifik, gehört politisch zu Amerikanisch-Samoa und zählt als eigenständige DXCC-Entität zu den seltenen und begehrten Zielen vieler DX-Jäger.
Swains Island besteht überwiegend aus einem flachen Korallenatoll mit Sand- und Muschelbänken und ist nur schwer erreichbar. Ein Blick in die Historie zeigt, dass zuletzt im Jahr 2012 unter dem Rufzeichen NH8S von Swains Island gefunkt wurde. Die jüngste DXpedition war W8S und fand im Oktober 2023 statt. Im Rahmen des CQ WPX Contest 2026 nutzte der Rufzeicheninhaber K9CT das Call für seine Contest-Station. Was ist eure Meinung zur Verwendung des Rufzeichens NH8S im Rahmen des Contestes?

Perfekte Zufallszahlen dank Quantenphysik
Forschenden der ETH Zürich ist ein bedeutender Durchbruch gelungen: Die Teams um Renato Renner und Andreas Wallraff konnten erstmals zertifizierbar perfekte Zufallszahlen mithilfe der Quantenphysik erzeugen. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht.
Warum das wichtig ist, lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären: Einen vollkommen fairen Würfel herzustellen, ist praktisch unmöglich. Selbst kleinste Fertigungstoleranzen führen dazu, dass bestimmte Ergebnisse minimal häufiger auftreten als andere. Ähnlich verhält es sich bei herkömmlichen Zufallszahlengeneratoren, die oft unbemerkte systematische Abweichungen aufweisen. Die ETH-Forschenden demonstrieren dies anschaulich mit einem Bild: Wird es mit gewöhnlichen Zufallszahlen verschlüsselt, bleibt das eigentliche Motiv teilweise noch erkennbar. Erst bei Verwendung der neuen, zertifizierten Zufallszahlen verschwindet jede Struktur vollständig und es bleibt nur statistisches Rauschen sichtbar. Technisch basiert das Verfahren auf verschränkten Quantensystemen und einem sogenannten Bell-Test. Damit lässt sich ein nicht perfekter Zufallsgenerator quantenphysikalisch verstärken und in eine nachweisbar perfekte Zufallsquelle umwandeln. Die neue Methode könnte künftig eine wichtige Grundlage für besonders sichere kryptografische Verfahren und andere Anwendungen bilden, bei denen höchste Anforderungen an die Qualität von Zufallszahlen gestellt werden.

Funkwetter: Warum Polarlichter so schwer vorherzusagen sind
Die Chancen auf Polarlichter über Deutschland sind rund um die Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktien) im Frühjahr und Herbst besonders gut. Verantwortlich dafür ist unter anderem der sogenannte Russell-McPherron-Effekt, der zu diesen Jahreszeiten günstigere Bedingungen für geomagnetische Stürme schafft. In Verbindung mit der derzeit hohen Sonnenaktivität steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter bis nach Mitteleuropa beobachten zu können.
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne auf die Erdatmosphäre treffen und dort Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten anregen. Das Erdmagnetfeld lenkt diese Teilchen bevorzugt in Richtung der Polarregionen, weshalb das Naturschauspiel normalerweise in hohen Breiten auftritt. Trotz moderner Sonnenbeobachtung bleibt die Vorhersage von Polarlichtern schwierig. Zwar können Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe früh erkannt werden, doch entscheidend sind ihre genaue Flugrichtung, Geschwindigkeit, Teilchendichte und vor allem die Struktur ihres Magnetfeldes. Erst diese Faktoren bestimmen, ob ein Sonnensturm tatsächlich auf die Erde trifft und wie stark seine Auswirkungen ausfallen. Derzeit liefert der am Lagrange-Punkt L1 stationierte Satellit DSCOVR wichtige Messdaten zum Weltraumwetter. Er erkennt herannahende Sonnenstürme zuverlässig, ermöglicht jedoch oft nur eine Vorwarnzeit von etwa 30 bis 45 Minuten. Das ist nicht nur für Polarlichtbeobachter knapp, sondern auch für Betreiber von Stromnetzen, Satelliten und Kommunikationssystemen, die durch starke Sonnenstürme beeinträchtigt werden können. Abhilfe soll die ESA-Mission „Vigil“ schaffen, deren Start für das Jahr 2031 geplant ist. Der Satellit wird am Lagrange-Punkt L5 stationiert und kann Sonnenstürme bereits seitlich verfolgen, kurz nachdem sie die Sonne verlassen haben. Dadurch sollen Weltraumwetterprognosen künftig deutlich präziser werden und die Vorwarnzeiten erheblich steigen. Langfristig könnten damit auch Polarlichter wesentlich zuverlässiger vorhergesagt werden als heute.

Aktivitäten:
Vom 06.- 07.06.2026 fand der IARU-Region-1-Fieldday 2026 statt. Dieses Jahr haben die beiden „Rookie“ Holger (DL9HDA) und André (DL6HBQ) unter DL0AS/P daran teilgenommen. Aufgebaut wurde am Samstag zusammen mit André (DH5AN) wieder eine L-Antenne, die Station, ein Elecraft K3, fand wieder in einem Anhänger mit Plane seinen Platz. Mit 260 Verbindungen im Log waren alle Beteiligten sehr zufrieden und es hat viel Spaß gemacht.
Ein paar Bilder sind am Ende dieses Berichts zu sehen.

Termine:
12.06.2026 Basteln Friedrich-Junge-Schule ab 18:00Uhr
13.06.2026 Techniktag E35 Klingberg am Pönitzer See
16.06.2026 Pokalschießen Betriebe und Vereine Ahrensburger Schützengilde ab 18:00Uhr
17.06.2026 virtueller OV-Abend ab 19:30Uhr
19.06.2026 Basteln Friedrich-Junge-Schule ab 18:00Uhr
26.- 28.06.2026 HAM Radio Messe Friedrichshafen

Terminänderungen:
26.06.2026 Basteln fällt aus

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