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OV-Abend am 21.10.2026

DARC-Newsletter Öffentlichkeitsarbeit 09/26

27.09.2026

DARC-Newsletter Öffentlichkeitsarbeit 09/26

27.09.2026

Ein kurzer Bericht vom vituellen OV Abend

Parlez-Vous-QSO?! – Funkamateure überwinden Sprachgrenzen

Mehrsprachiges Nachschlagewerk erleichtert QSOs in 17 Sprachen mit Übersetzungen und Aussprachehilfe nach IPA.
Ein freundlicher Gruß in der Landessprache, eine kurze Vorstellung der eigenen Station oder ein Dank für die Funkverbindung: Schon wenige Worte in der Sprache der Gegenstation können ein QSO persönlicher gestalten. Genau hier setzt das Projekt „Parlez-Vous-QSO?!“ an. Die mehrsprachige Sammlung bietet Funkamateuren gebräuchliche Gesprächsformulierungen, mit denen sie auch jenseits der englischen Funksprache einen freundlichen Einstieg ins Gespräch finden können.
Michael Renner, DDØUL, führt die ursprünglich von Steve, MØECS, begonnene Sammlung weiter und hat sie 2026 umfassend überarbeitet und modernisiert. Das Ergebnis ist ein frei zugängliches Nachschlagewerk, das inzwischen 17 Sprachfassungen umfasst. Neu hinzugekommen sind Portugiesisch und Ukrainisch.
Jede Sprachfassung enthält 142 Einträge mit gebräuchlichen QSO-Formulierungen und Ländernamen. Die Themen orientieren sich am typischen Ablauf eines Funkkontakts: Sie reichen von Begrüßung und Vorstellung über Angaben zu Funkgerät und Antenne bis hin zu Ausbreitungsbedingungen, Wetter, QSL-Karten und freundlichen Abschiedsformeln.
Als gemeinsame Ausgangssprache dient Englisch. Die englischen Formulierungen stehen jeweils neben ihrer Übersetzung in die betreffende Sprache. Namen, Rufzeichen, Ortsangaben und Zahlen sind als Beispiele angelegt und lassen sich durch die eigenen Angaben ersetzen. So können sich Funkamateure auf ein bevorstehendes QSO vorbereiten und passende Wendungen direkt am Funkplatz griffbereit haben.

Aussprachehilfe mit internationalem Standard
Eine wesentliche Neuerung der überarbeiteten Fassungen ist die zusätzliche Aussprachehilfe im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA). Die Lautschrift macht nachvollziehbar, wie Wörter ausgesprochen werden, und erleichtert damit den Zugang zu Sprachen, deren Schreibweise für deutsche oder englische Muttersprachler ungewohnt ist.
Die jeweiligen Dokumente enthalten ergänzende Hinweise zu den verwendeten Lautzeichen und Aussprachekonventionen. Dabei werden auch sprachliche Besonderheiten berücksichtigt: Die portugiesische Fassung orientiert sich am europäischen Portugiesisch, während die ukrainische Ausgabe kyrillische Schrift mit einer IPA-Transkription des Standardukrainischen verbindet.

Überarbeitet, bearbeitbar und frei zugänglich
Auch technisch wurde das Projekt modernisiert. Die historischen Word-Dokumente werden in bearbeitbare LaTeX-Dateien überführt. Daneben stehen fertig gesetzte PDF-Dateien zur Verfügung, die sich bequem am Computer lesen oder für den Einsatz am Funkplatz ausdrucken lassen.
Bei der Überarbeitung wurden erkannte Fehler korrigiert, sprachliche Unstimmigkeiten bereinigt und Hinweise zu sprachlichen Varianten sowie zur Aussprache ergänzt. Die einheitliche Struktur erleichtert zudem den Vergleich derselben Formulierung zwischen den verschiedenen Sprachfassungen.
Das gesamte Projekt ist öffentlich auf GitHub verfügbar. Dort finden sich neben den PDFs und LaTeX-Quellen auch die ursprünglichen Dokumente und eine Weboberfläche mit Suchfunktion und Sprachausgabe. Die offene Bereitstellung macht es möglich, die Sammlung nicht nur zu nutzen, sondern auch aktiv weiterzuentwickeln.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Gerade bei mehrsprachigen Hilfsmitteln kommt es auf die Qualität der Übersetzungen und die Natürlichkeit der Formulierungen an. Deshalb sind Muttersprachler, Funkamateure und sprachlich Interessierte eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen. Gesucht werden unter anderem Korrekturen, Verbesserungsvorschläge zu Fachbegriffen und Ausspracheangaben sowie weitere Sprachfassungen und regionale Varianten.
Parlez-Vous-QSO?! zeigt, dass es nicht immer perfekte Sprachkenntnisse braucht, um eine Verbindung persönlicher zu gestalten. Ein paar passende Worte können Interesse und Wertschätzung ausdrücken und aus einer technischen Funkverbindung eine menschliche Begegnung machen.
https://github.com/MichaelRenner/Parlez-Vous-QSO/blob/main/pdf/French_QSO_IPA.pdf

RSGB Convention 2026: Vorträge und Diskussionen auf YouTube

Fachvorträge, Satellitenfunk und ein internationaler Austausch über die Zukunft des Amateurfunks: Die Aufzeichnungen der britischen RSGB Convention 2026 sind online frei zugänglich.
Wer die RSGB Convention 2026 verpasst hat, kann zahlreiche Beiträge und Diskussionen nun bequem von zu Hause aus verfolgen. Die Radio Society of Great Britain (RSGB), der britische Amateurfunkverband, hat die Livestreams vom Samstag, 10. Oktober, und Sonntag, 11. Oktober, auf YouTube bereitgestellt. Die Aufzeichnungen dauern rund acht beziehungsweise sechs Stunden und bieten einen umfassenden Einblick in das Vortragsprogramm der Veranstaltung.
Die Convention fand vom 9. bis 11. Oktober im Kents Hill Park Conference Centre in Milton Keynes, England, statt. Das Programm richtete sich sowohl an erfahrene Funkamateure als auch an Einsteiger und verband technische Fachthemen mit praktischen Workshops und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.
Auch der DARC-Vorsitzende Christian Entsfellner, DL3MBG, nahm an der Veranstaltung teil. In einem eigenen Vortrag stellte er das DARC-QSL-Büro vor und gab damit Einblicke in einen wichtigen Aufgabenbereich des deutschen Amateurfunkverbandes.
Besonders interessant ist die Gesprächsrunde im Samstagsstream ab der Zeitmarke 1:11:50 Stunden. Daran beteiligten sich vier Vertreter nationaler beziehungsweise internationaler Amateurfunkorganisationen:

  • Bob Beebe, GU4YOX, Präsident der RSGB
  • Jeffery Roe, EI7IRB, Vertreter der Irish Radio Transmitters Society (IRTS)
  • Christian Entsfellner, DL3MBG, Vorsitzender des DARC
  • Tim Ellam, VE6SH/G4HUA, Präsident der International Amateur Radio Union (IARU)
    Im Mittelpunkt standen die Chancen und Herausforderungen des Amateurfunks in der Gegenwart und mit Blick auf die kommenden Jahre. Dabei geht es um Fragen, die Funkamateure weltweit beschäftigen: den Schutz der Frequenzbereiche, technische Innovationen, die Gewinnung neuer Interessierter und die Bedeutung des Amateurfunks als Plattform für Experimente, Ausbildung und internationale Zusammenarbeit.
    Das Vortragsprogramm bot eine breite Themenpalette. Am Samstag sprach IARU-Präsident Tim Ellam in seiner Keynote über die Zukunft des Amateurfunkdienstes. Weitere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit FT8, Amateurfernsehen, der Bouvetinsel-DXpedition 3Y0K, Antennen und Antennentunern sowie elektromagnetischen Feldern im Umfeld von Amateurfunkanlagen. Auch die World Radiosport Team Championship (WRTC) 2026 war ein Thema.
    Der Sonntag setzte weitere technische Akzente. Auf dem Programm standen unter anderem der Funkbetrieb über Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO), modulare Elektronikprojekte, die Zukunft des Contestbetriebs und aktuelle Entwicklungen im Mikrowellenbereich.
    Ein besonders spannender Beitrag stammt von Steve Nichols, G0KYA. Er stellte die Ergebnisse eines Experiments vor, mit dem die Auswirkungen der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 auf die Funkausbreitung untersucht wurden. Solche Beobachtungen zeigen, wie Amateurfunk dazu beitragen kann, physikalische Vorgänge in der Atmosphäre zu erforschen und Ausbreitungsmodelle anhand praktischer Messungen zu überprüfen.
    Ergänzt wurde die Convention durch Workshops zu Themen wie Netzwerkanalysatoren, der Suche nach Funkstörungen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Spezielle Angebote für junge Funkamateure und das parallel veranstaltete AMSAT-UK-Colloquium rundeten das Programm ab.
    Die Videos sind nicht nur für diejenigen interessant, die das gesamte Veranstaltungswochenende nacherleben möchten. Mithilfe der Zeitmarken lassen sich einzelne Vorträge direkt ansteuern. So können sich Interessierte gezielt mit einem technischen Thema beschäftigen oder die Diskussionen zur Zukunft des Amateurfunks verfolgen.
    RSGB Convention 2026 – YouTube-Playlist: https://youtube.com/playlist?list=PLMu8keqZNBzI
    Offizielle Veranstaltungsseite der RSGB: https://rsgb.org/main/about-us/rsgb-convention/
    Damit bleibt die Convention auch nach ihrem Ende eine lohnende Informationsquelle für Funkamateure, die sich technisch weiterbilden und über die internationale Entwicklung ihres Hobbys auf dem Laufenden bleiben möchten.

Zugreifen mit Schallwellen: Neuer Chip macht Schall zur akustischen Zange

Forschende der Virginia Tech entwickeln ein Metamaterial, das Schallwellen gezielt bündelt, umlenkt und aufspaltet. Damit lassen sich winzige Teilchen bewegen und festhalten – eine Technik mit Potenzial für Medizin, Labordiagnostik und Mikrosystemtechnik.
Schall ist weit mehr als das, was wir hören. Gezielte Schallschwingungen können Kräfte ausüben, Flüssigkeiten bewegen und selbst mikroskopisch kleine Objekte manipulieren. Ein Forschungsteam der Virginia Tech in den USA hat nun einen speziellen Chip entwickelt, mit dem sich akustische Oberflächenwellen besonders vielseitig steuern lassen. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten, Schall als berührungsloses Werkzeug einzusetzen.
Im Zentrum der Entwicklung stehen sogenannte phasierte interdigital angeordnete Metamaterialstrukturen. Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich ein ausgeklügeltes System fein gestalteter Elektroden und Materialstrukturen. Sie ermöglichen es, die Phase der erzeugten Schwingungen örtlich gezielt zu beeinflussen. Dadurch lassen sich die Wellenfronten und die Verteilung der akustischen Energie verändern.
Das Team um den Maschinenbauingenieur Zhenhua Tian und den Forscher Jiali Li nutzt dafür akustische Oberflächenwellen. Diese breiten sich entlang der Oberfläche eines Festkörpers aus. Elektrische Impulse regen piezoelektrische Strukturen zu Schwingungen an, die sich über das Substrat fortpflanzen.
Das Besondere: Die Forschenden können die Wellen nicht nur in eine bestimmte Richtung lenken, sondern auch ihre Form und Energieverteilung gezielt gestalten. So entstehen beispielsweise stark gebündelte Schallstrahlen, deren Energie über eine größere Strecke konzentriert bleibt. Auch zwei parallele Strahlen lassen sich erzeugen, zwischen denen winzige Objekte positioniert und festgehalten werden können.
Die Möglichkeiten erinnern an eine Pinzette, die ohne direkten Kontakt arbeitet. Während herkömmliche Greifer kleine Objekte mechanisch berühren müssen, können akustische Kräfte Teilchen bewegen oder in bestimmten Bereichen halten.
In Experimenten gelang es dem Forschungsteam, mikroskopisch kleine Quarzkügelchen gezielt zu steuern und an vorgegebenen Positionen festzuhalten. Darüber hinaus konnten die Forschenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen präzise ausrichten. Solche röhrenförmigen Strukturen sind nur wenige Nanometer dick und spielen unter anderem bei der Entwicklung neuartiger Verbundwerkstoffe und elektronischer Bauteile eine Rolle.
Die Methode könnte besonders dort interessant werden, wo sehr kleine Objekte kontrolliert angeordnet werden müssen. Dazu zählen die Untersuchung biologischer Proben, die Herstellung spezieller Materialien und die Entwicklung miniaturisierter Laborgeräte.
Eine weitere Besonderheit der Entwicklung ist die Möglichkeit einer sogenannten akustischen Diode. In Analogie zu elektronischen Bauteilen, die Strom bevorzugt in eine Richtung durchlassen, lässt sich damit die Übertragung akustischer Wellen in eine Richtung ermöglichen und die Übertragung in Gegenrichtung unterdrücken.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu beachten: Die Forschenden haben keine gewöhnliche Diode für elektrischen Strom entwickelt. Vielmehr geht es um die richtungsabhängige Übertragung von Informationen, die durch akustische Oberflächenwellen transportiert werden. Für die Umsetzung wird neben der gezielten Wellenführung auch eine geeignete Dämpfung genutzt.
Eine solche Technik könnte künftig für die Signalverarbeitung auf Chips interessant sein. Akustische Wellen lassen sich in kleinen Bauteilen zur Informationsübertragung und zur Kopplung verschiedener Funktionen einsetzen. Eine kontrollierte Ausbreitungsrichtung könnte helfen, unerwünschte Rückkopplungen zu reduzieren und neue kompakte Schaltungskonzepte zu ermöglichen.
Besonders vielversprechend sind mögliche Anwendungen in der Medizin und Biotechnologie. Akustische Kräfte könnten helfen, Zellen oder andere Partikel in Flüssigkeiten zu sortieren, biologische Proben zu untersuchen oder winzige Strukturen gezielt zu positionieren. Denkbar sind auch Anwendungen in der Entwicklung nichtinvasiver medizinischer Verfahren und in der Mikrochirurgie.
Darüber hinaus könnten die Chips bei der Herstellung von Mikro- und Nanostrukturen, bei Biosensoren und in der Steuerung kleinster Flüssigkeitsmengen eingesetzt werden. Die Technologie könnte damit einen Beitrag zu sogenannten Lab-on-a-Chip-Systemen leisten, in denen Probenaufbereitung, Analyse und Messung auf kleinstem Raum zusammengeführt werden.
Allerdings handelt es sich bislang um eine experimentelle Forschungsentwicklung. Die beschriebenen Versuche belegen, dass sich Schallwellen auf dem Chip gezielt formen und zur Manipulation kleiner Objekte einsetzen lassen. Daraus folgt noch nicht, dass bereits praxistaugliche medizinische Geräte verfügbar sind. Für konkrete Anwendungen müssen unter anderem Zuverlässigkeit, Energiebedarf, Skalierbarkeit und die Wechselwirkungen mit unterschiedlichen Materialien und Flüssigkeiten weiter untersucht werden.
Die Arbeit zeigt dennoch eindrucksvoll, wie sich Wellen nicht nur zur Übertragung von Informationen, sondern auch zur gezielten Bewegung von Materie nutzen lassen. Aus kontrollierten Schwingungen wird damit ein vielseitiges Werkzeug für die Mikro- und Nanotechnologie.

Schaltsekunde wird abgeschafft: Ab Mai 2027 läuft UTC ohne Zeitsprünge

Die internationale Zeitmessung steht vor einer grundlegenden Änderung: Ab dem 20. Mai 2027 wird die koordinierte Weltzeit UTC ohne weitere Schaltsekunden fortgeführt. Das soll Computersysteme, Satellitennavigation und Kommunikationsnetze zuverlässiger machen. Die astronomische Zeit bleibt weiterhin messbar – wird aber nicht mehr durch regelmäßige Sekundensprünge mit der Weltzeit synchronisiert.
Eine kleine Sekunde kann große technische Folgen haben. Seit 1972 wurden insgesamt 27 Schaltsekunden eingefügt, um die internationale Zeitrechnung mit der ungleichmäßigen Rotation der Erde in Einklang zu halten. Damit soll bald Schluss sein: Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) hat im Oktober 2026 beschlossen, die koordinierte Weltzeit UTC ab dem 20. Mai 2027 als kontinuierliche Zeitskala ohne weitere Schaltsekunden fortzuführen.
Die Entscheidung ist Teil einer internationalen Neuausrichtung der Zeitmessung. Sie soll vor allem verhindern, dass kritische technische Systeme durch plötzliche Änderungen der Zeitstempel aus dem Takt geraten. Die offizielle Grundlage bildet die Resolution 5 der 28. CGPM.
Die heutige Zeitmessung beruht auf hochpräzisen Atomuhren. Sie bilden die Grundlage für die internationale Atomzeit (TAI) und die koordinierte Weltzeit (UTC). Während die Atomzeit auf der äußerst stabilen Frequenz atomarer Übergänge beruht, hängt die astronomische Zeit von der tatsächlichen Drehung der Erde ab.
Diese Erdrotation ist jedoch nicht vollkommen gleichmäßig. Sie wird unter anderem durch Vorgänge im Erdinneren, die Bewegung der Atmosphäre und der Ozeane sowie die Wechselwirkung zwischen Erde und Mond beeinflusst. Deshalb dauert ein mittlerer Sonnentag nicht exakt 86.400 Atomsekunden.
Um UTC und die astronomische Zeit UT1 bisher eng beieinanderzuhalten, wurden bei Bedarf Schaltsekunden eingefügt. Der Unterschied zwischen UTC und UT1 durfte dadurch höchstens 0,9 Sekunden betragen. Eine zusätzliche Sekunde wurde bislang ausschließlich am Ende eines UTC-Tages eingefügt.
Seit der letzten Schaltsekunde am 31. Dezember 2016 ist keine weitere hinzugekommen. Insgesamt waren es seit 1972 genau 27.
Was astronomisch sinnvoll ist, stellt für digitale Systeme eine Herausforderung dar. Computer, Telekommunikationsnetze, Satellitennavigationssysteme und Energieversorgungsnetze benötigen eine möglichst gleichmäßig fortlaufende Zeitbasis. Eine zusätzliche Sekunde kann bei unzureichend vorbereiteter Software zu fehlerhaften Zeitstempeln, Synchronisationsproblemen oder Störungen führen.
Hinzu kommt, dass verschiedene Betreiber unterschiedliche Verfahren zur Verarbeitung einer Schaltsekunde einsetzen. Manche Systeme führen die zusätzliche Sekunde unmittelbar ein, andere verteilen die Korrektur über einen längeren Zeitraum. Dadurch können zeitweise Abweichungen zwischen verschiedenen Systemen entstehen.
Ein weiterer Anlass für die Reform ist die mögliche negative Schaltsekunde. Dreht sich die Erde über einen längeren Zeitraum schneller als erwartet, könnte UTC künftig eine Sekunde überspringen müssen, anstatt eine hinzuzufügen. Eine solche Korrektur hat es bislang noch nie gegeben. Die internationalen Fachgremien sehen darin ein erhebliches Risiko für Systeme, die auf eine solche Änderung nicht vorbereitet sind.
Mit der beschlossenen Reform wird UTC als kontinuierliche Zeitskala weitergeführt. Künftig sind keine zusätzlichen oder ausgelassenen Sekunden mehr vorgesehen, um UTC unmittelbar an die Erdrotation anzupassen.
Die CGPM hat dafür den maximal zulässigen Betrag der Differenz zwischen UT1 und UTC auf 3.600 Sekunden, also eine Stunde, angehoben. Dieser Rahmen soll die kontinuierliche Verwendung von UTC über mehrere Jahrhunderte ermöglichen.
Wichtig ist dabei: Die Weltzeit wird nicht abgeschafft, und auch die Atomsekunde bleibt unverändert. Ebenso wenig bedeutet die Entscheidung, dass Länder ihre Zeitzonen oder die Sommerzeit ändern müssen. Die international verwendete Referenzzeit bleibt UTC. Lediglich ihre bisherige enge Bindung an die Erdrotation durch Schaltsekunden entfällt.
Für die meisten Menschen wird die Änderung zunächst keine unmittelbar spürbaren Auswirkungen haben. Uhren, Smartphones, Computer und Funkuhren werden weiterhin eine koordinierte Zeit anzeigen. Auch die üblichen Zeitverschiebungen zwischen UTC und den nationalen Zeitzonen bleiben bestehen.
Langfristig wird UTC allerdings zunehmend von der astronomischen Zeit abweichen. Die Sonne wird deshalb nicht mehr in derselben engen Beziehung zur UTC stehen wie bisher. Die Abweichung kann sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte aufbauen und innerhalb des festgelegten Rahmens bis zu einer Stunde betragen.
Für Astronomie, Geodäsie und andere Wissenschaften, die präzise auf die Erdrotation angewiesen sind, bleibt UT1 deshalb wichtig. Die Differenz zwischen UT1 und UTC wird weiterhin bestimmt und über geeignete Dienste veröffentlicht. So können Fachleute die astronomische Zeit auch künftig aus der kontinuierlichen Weltzeit ableiten.
Für Funkamateure ist UTC eine zentrale Referenz. Sie wird unter anderem für Logbücher, internationale Funkkontakte, Contest-Auswertungen, digitale Betriebsarten und die zeitliche Koordination von Funkverbindungen verwendet.
Die Abschaffung der Schaltsekunde vereinfacht die kontinuierliche Zeitführung in digitalen Systemen. Gleichzeitig bleibt die genaue Zeitinformation für Anwendungen wichtig, bei denen die Erdrotation oder astronomische Referenzsysteme eine Rolle spielen. Funkamateure, die Zeit- und Frequenznormale, Satellitennavigation oder hochpräzise Zeitinformationen nutzen, sollten daher zwischen UTC und UT1 unterscheiden.
Die astronomische Zeit verschwindet nicht. Ihre Differenz zur Weltzeit wird lediglich nicht mehr durch Schaltsekunden korrigiert. Informationen über diese Differenz bleiben über internationale Fachstellen und geeignete Zeitdienste verfügbar.
Die Reform beendet damit ein Verfahren, das jahrzehntelang eine Brücke zwischen Atomzeit und Erdrotation geschlagen hat. Künftig steht die kontinuierliche und zuverlässige Zeitbasis für technische Systeme im Vordergrund – während die Verbindung zur astronomischen Zeit über gesonderte Korrekturinformationen erhalten bleibt.

Sonstiges

Erinnerung WAG Contest
Einsendeschluss der Logdateien ist am 25. Oktober 2026

CQ WW 2026
Der größte Contest mit rund 35.000 Teilnehmern steht vor der Tür.
SSB: 24. – 25. Oktober 0:00 – 23:59 UTC
CW: 28. – 29. November 0:00 – 23:59 UTC
Informationen rund um den Contest unter: cqww.com

DARC-Mitgliederversammlung im Hotel Stadt Baunatal am 14.11.2026
Von 9:00 Uhr bis ca 10:30 Uhr findet eine offene Diskussionsrunde zu vorliegenden Anträgen statt und soll zur Gewinnung eines Meinungsbildes dienen.
Die Mitgliederversammlung beginnt um 11:00 Uhr und soll bis zirka 18:00 Uhr dauern.
Die Diskussionsrunde und Mitgliederversammlung ist öffentlich für alle DARC-Mitglieder.

Distriktsversammlung am 10.10.2026 im Landhaus Jägerhof
Ein ausführlicher Bericht zur Distriktsversammlung wurde auf der Internetpräsenz des Distriktes E veröffentlicht: https://www.darc.de/der-club/distrikte/e

Termine

31.10.2026für angemeldete Teilnehmer: Mint-Kurs bei E35
04.11.2026OV-Abend
Friedrich-Junge-Schule Großhansdorf
Beginn um 19:30 Uhr
18.11.2026virtueller OV-Abend
Beginn um 19:30 Uhr
20.+21.11.2026E39 NOOK Lübeck Nights of open Knowledge
21.11.2026400. OV-Abend E35
02.12.2026OV-Abend
Friedrich-Junge-Schule Großhansdorf
Beginn um 19:30 Uhr
09.01.2027Norddeutscher Funktag in Harburg
Termine Selbstbaugruppe in der Friedrich-Junge-Schule Großhansdorf
Beginn jeweils um 18:00 Uhr
30.10.2026Ergänzung/Einschub zum Kurs Einstieg in die Raspberry Pi Pico Programmierung
Thema: visuelle Programmierung von Microcontrollern am Beispiel M5Stack
06.11.2026Focus MeshCore
Friedrich-Junge-Schule Großhansdorf
Beginn um 18:00 Uhr
20.11.2026Nachholtermin Teil 5 des Kurses Einstieg in die Raspberry Pi Pico Programmierung – Abschlussprojekt

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