
Start in die Freiluftsaison – COTA Schloss Ahrensburg
05.05.2026Ein kurzer Bericht vom OV Abend
Drohnenstaffel Distrikt H
Hier ein Blick zu unserem Nachbardistrikt H nach Niedersachsen. Dieser ist aktuell in der Planungsphase zum Aufbau einer Drohnenstaffel und möchte moderne Flugrobotik und digitale Kommunikation verbinden. Zur nachhaltigen Investition findet derzeit die Beobachtung des Marktes statt, um geeignete Fluggeräte auszuwählen. Diese sollen zur visuellen Inspektion von Antennenanlagen und dem experimentieren mit fliegenden Relaisknoten eingesetzt werden. Auch im Rahmen der Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit sollen sie ihre Wirkung entfalten und Technikbegeisterung wecken. Drohnenpiloten mit „kleinem“ Kompetenznachweis werden bei Übungsflügen unterstützt. Wer sich auf den Weg zum Erlangen des Fernpilotenzeugnisses A2 macht erhält Hilfe beim Lernen, dem Training und der Auswahl von günstigen Prüfstellen. Ansprechpartner
ist Marcel DO1BND.
Boden-WLAN
Die Ausbreitung von Funkwellen werden durch Erde und Gestein stark gedämpft. Forschende des Electronics and Telecommunications Research Institute (ETRI) in Südkorea arbeiten seit 2023 an einer Möglichkeit drahtlose Kommunikation durch das Erdreich zu ermöglichen und das mit möglichst geringem Energieaufwand. Im Ersten Ansatz wurden Tiefen von rund 40 Meter erreicht. Der jetzige Versuchsaufbau basiert auf magnetischer Induktion. Aus der Kombination einer Loop-Antenne und
Magnetfeldsensoren sowie der Nutzung von QPSK (Quadraturphasenumtastung) zur Datenübertragung mit einer sehr niedrigen Trägerfrequenz werden Tiefen bis zu 100 Metern erreicht. Erfolgreiche Tests wurden in Umgebungen mit kalksteinhaltigem Boden durchgeführt und dabei nur geringe Beeinträchtigungen bei der Datenübertragung festgestellt. Die Bandbreite ist jedoch stark limitiert und liegt derzeit bei 2 kB/s. Wer kann sich noch an die Rettungsaktion in der Tham Luang Höhle 2018 erinnern? Zwölf junge Menschen und ihr Trainer war 17 Tage im thailändischen Höhlensystem eingeschlossen. Genau dies war Motivation der Forschenden, ein System zu entwickeln, um verschüttete oder eingeschlossene Personen zu orten und eine einfache Kommunikation herstellen zu können. Voraussetzung hierfür sind entsprechend kompatible Geräte. An der Integration der Technik in Smartphones wird bereits gearbeitet.
IRIS² und atmende Satelliten
IRIS² (Infrastructure for Resilience, Internetconnectivity and Security by Satellite) ist das europäische Projekt zur unabhängigen und flächendeckenden Internetanbindung via Satellit für öffentliche und private Nutzer. Unterstützt von der ESA und mit einem derzeitigen kumulierten Budget von rund 3 Milliarden Euro ist der Betrieb für 2030 geplant. Das System umfasst einen multiorbitalen Verbund von rund 300 Satelliten. Die Entfernung geostationärer Satelliten zur Erde beträgt rund 35.800 Kilometer. Der Medium Earth Orbit (MEO) erstreckt sich über Entfernungen zwischen 2.000 und 20.000 Kilometern und der Low Earth Orbit umfasst Bahnen zwischen 500 und 2000 Kilometern. LEO-Satelliten haben einen absurd hohen Energieverbrauch, Umlaufbahnen unter 500 Kilometern kamen daher bis jetzt nicht in Betracht. Die Atmosphäre erzeugt hier genug Widerstand um Fluggeräte stark abzubremsen und binnen weniger Tage auf die Erde fallen zu lassen. Ein spanisches Startup entwickelt Satelliten für den VLEO (Very Low Earth Orbit) die in Höhen zwischen 150 und 400 Kilometern operieren sollen. Dabei wird die Luft der Atmosphäre komprimiert, mit einem Plasmagenerator beschleunigt und zum Antrieb genutzt. Dabei sprechen die Konstrukteure von atmenden Satelliten und dies führte zur Namensgebung des hochentwickelte Antriebes ABEP (Air Breathing Electric Propulsion).
Warum sind Satelliten mit Flugbahnen im sehr niedrigen Erdorbit so interessant? Zum einen werden direkte Breitbandverbindungen zu mobilen Endgeräten wie Smartphones möglich und das bei einer siebenfach höheren Datenrate. Auch verringert sich die Latenz der Signallaufzeit deutlich und liegt zwischen 2 und 8 Millisekunden. Im Vergleich dazu beträgt die Laufzeit zu einem geostationären Satelliten zirka eine halbe Sekunde. Auch die visuelle Erdbeobachtung verbessert sich und es
können Bilder mit dreifach höherer Auflösung, im Vergleich zu bisherigen Techniken, erreicht werden. Die Anwendungsmöglichkeiten hochauflösender Erdbeobachtung sind sehr vielfältig und findet zum Beispiel Anwendung in der Landwirtschaft oder der Früherkennung von Waldbränden. Selbstverständlich werden auch Begehrlichkeiten außerhalb der zivilen Nutzung geweckt.
Da der sehr niedrige Orbit bisher nicht genutzt wurde, ist dieser auch nicht von Weltraumschrott vermüllt und Satelliten dieser Umlaufbahnen verglühen vollständig an ihrem Lebensende. Die Kosten um Raumflugkörper in den VLEO zu bringen reduzieren sich massiv. Der Satellitenverbund erhöht die Resilienz auch beim Ausfall terrestrischer Kommunikationsnetze.
M17 – digitales Übertragungsverfahren für den Amateurfunk
Maßgeblich entwickelt von Wojciech Kaczmarski SP5WWP stellt M17 eine vollständig quelloffene Alternative zu kommerziellen Modi wie DMR, D-Star oder C4FM dar. Entwickelt von Funkamateuren für Funkamateure liegt der Fokus auf digitaler Sprachkommunikation im UKW-Bereich und der Transport weiterer Daten wie zum Beispiel Positionsangaben ist möglich. M17 nutzt ein 4FSK-Modulationsverfahren mit einer Baudrate von 4800Bd. Ein Kanal ist 9kHz breit und wird auf das übliche Kanalraster von 12,5kHz eingesetzt. Die Bruttodatenrate liegt bei 9600 Bits pro Sekunde tatsächlich werden 3200 erreicht und die halbe Datenrate von 1600 Bits/s wird ebenfalls unterstützt.
Zur Sprachkodierung kommt der frei nutzbare Codec2 zum Einsatz. Dieser wurde für den Einsatz im Amateurfunk entwickelt und ist auf die Übertragung von menschlicher Sprache bei extrem niedrigen Bitraten spezialisiert. Drei Methoden zur Fehlerkorrektur machen das Übertragungsverfahren sehr robust. Darüber hinaus bietet die vergleichsweise geringe Latenz vielseitige Einsatzmöglichkeiten in der Echtzeitkommunikation und M17 darf frei genutzt und weiterentwickelt werden. Für einige Geräte gibt es alternative Firmware oder können mittels Hardwaremodulen nachgerüstet werden. Auf Grund der benötigten Rechenleistung digitaler Betriebsarten sind der Modifikation vorhandener Funkgeräte enge Grenzen gesetzt. Das Open-Source-Hardwareprojekt LinHT will genau diese Grenzen überwinden. Mit quelloffener Hardware und linuxbasiertem Betriebssystem OpenRTX ist LinHT ein frei programmierbares Handfunkgerät und von Grund auf als SDR (Software Defined Radio) konzipiert. Die Plattform bietet somit eine Basis für Experimente und eigene Ideen, die Möglichkeit Betriebsarten zu testen oder weiterzuentwickeln und bleibt auch für zukünftige Betriebsarten offen. Einen tieferen Einstieg in dieses Themenfeld bietet die Projektseite 17project.org.
Remotestationen und Open-Source Software
Beim FUNK.TAG in Kassel habe ich zwei Vorträge von Prof. Dr. Ing. Michael Hartje DK5HH besucht. Dabei wurden Ideen aufgezeigt, wie sich Amateurfunktechnik und deren Bedienung verändert haben und hinsichtlich SDR, KI und Open Source Software weiter entwickeln werden.
Ein vorgestelltes Projekt war der Remotebetrieb mit Open Source Software. Grund für mich mir einen Überblick über verfügbare Software zu verschaffen und zwei Projekte kurz vorzustellen.
Aufgebaut sind die Systeme ähnlich. Auf einem Einplatinencomputer oder Rechner läuft eine Serveranwendung und bietet Schnittstellen zum Transceiver zur Steuerung und Audioübertragung. Auf den Server wird mittels Browser oder Applikation entfernt zugegriffen wobei die Audio Ein- und Ausgabe des Endgerätes genutzt wird. F4HTB Universal HamRadio Remote setzt auf einen Python-Server. Mittels Browser greift man auf des HTML5 Frontend zu. Das Design der Bedienoberfläche ist minimalistisch gehalten und der Fokus des Projektes liegt auf Phonie und CW. Die Programmierbibliothek Hamlib (Ham Radio Control Library) dient dabei als Bindeglied zwischen Server und Transceiver um diesen zu steuern. Die Anzahl der Geräte die fernbedient werden können ist entsprechend groß. Bei der Audioübertragung zwischen Server und Transceiver ist besonders auf eine Möglichkeit der Anpassung der Audiopegel zu achten. Die Software und Anleitung ist unter
https://github.com/F4HTB/Universal_HamRadio_Remote_HTML5 verfügbar.
Die freie Software wfview wurde zunächst für ICOM und Kenwood Geräte entworfen und ist für die Plattformen Windows, MacOS und Linux verfügbar. In meiner Testinstallation mit dem Softwarestand aus Februar diesen Jahres ist auch die Möglichkeit zur Steuerung von YAESU-Transceivern enthalten und die Liste der kompatiblen Geräte wird kontinuierlich erweitert. Transceiver die über eine Ethernetschnittstelle oder WLAN verfügen können direkt von der Software angesteuert werden. Für Modelle die nur über eine USB oder serielle Schnittstelle verfügen, kann der Fernzugriff unter Verwendung des wfview Servers realisiert werden. Die Oberfläche ist ebenfalls auf das Notwendigste reduziert und die Farbgebung kann an die Nutzerwünsche angepasst werden. Die Latenzzeit zwischen Transceiver und Bediensoftware ist sofort ersichtlich und bei Geräten, die diese Funktion unterstützen, kann das Wasserfalldiagramm auch auf dem entfernten Rechner dargestellt werden. Verfügbar sind die Softwarevarianten und Anleitungen unter: https://wfview.org/.
Neues aus dem Distrikt E
Besetzung des YL Referates:
Silke Bretschneider D07SBL
Isabel Möller DG1RLY
Besetzung des Referates VHF-UHF-SHF:
Volker Clauen DF1HC
Wir wünschen den Referentinnen und dem Referenten einen guten Start in ihr neues Amt
und viel Spaß bei der Erfüllung ihrer Aufgaben.
Für die noch unbesetzten Referate EMV, ARDF sind Vorschläge willkommen.
Kürzlich vergangene Aktivitäten E09
FUNK.TAG Kassel
COTA Schloss Ahrensburg
Freundeskreis Ahrensburger Partnerstädte
Antennentag OV E39 Ratzeburg
Termine:
11.05.26 Hansemesh Stammtisch 19:00Uhr Attraktor e.V. Altona
14.05.26 Vatertagstreffen OV E13 Alstertal ab 10:00Uhr
15.05.26 Basteln am Brückentag fällt aus
16.05.26 Antennentag OV E35 Scharbeutz
20.05.26 Virtueller OV-Abend 19:30Uhr
22.05.26 Basteln in der Friedrich-Junge-Schule ab 18:00Uhr
29.05.26 Basteln in der Friedrich-Junge-Schule ab 18:00Uhr
vy 73
- Drohnen
- WiFi (WLAN)
- Satellit
- M17-HAM-Cat
- ICOM IC-7610 Spitzentransceiver im Test









